Montag, 3. September 2007

Der letzte freie Tag, bevor die Kurse starten

Gestern, am Sonntag war ich nachmittags mit Kati im Musée des Beaux Arts. Es war eine interessante Mischung aus europäischen (also uns zum Teil bekannten) und kanadischen Malern. Daneben gab es auch einige Skulpturen zu entdecken und natürlich so moderne Kunst, dass sie bei mir auf völliges Unverständnis trifft und ich nur entscheide, ob es mir gefällt oder eben nicht. ;-) Und auch sehr interessant: es gab eine Ausstellung der Streamline-Moderne; das ist eine Art Art Deko, also Alltagsgegenstände, wie Stühle, Sofas, Bohrmaschinen, PC, Fotoapparat und ein richtig schönes Motorrad. Das macht wirklich Spaß.
Fotos gibt es in diesem Fall nur von außen und die Architektur von dem zweiten Gebäude. Das Museum befindet sich auf beiden Straßenseiten und unterirdisch gelangt man von dem einen zum anderen Teil. Das fand ich ein neues Konzept, aber wahrscheinlich ist aus Platzmangel erwachsen. ;-)

Am Abend bin ich mit Kati auf der Prince Arthur Street etwas trinken gegangen. Da fühlt man sich wirklich wie in Europa: eine niedliche Fußgängerzone. Alle Cafés und Restaurants haben Tische auf der Straße und es ist sehr gut besucht. Ich habe es lange nicht mehr gesehen, dass Restaurants und Kneipen so geballt in einigen Straßen auftreten. Hier gibt es dann wirklich eine Straße, in der sich eine Kneipe an die andere reiht.
Danach haben wir uns dann noch den grandiosen spanischen Film "Habla con ella" angesehen. Sehr gut und ziemlich traurig. So wie das Leben eben sein kann.

Heute dachte ich einen kleinen Spaziergang zum Westmount zu machen und euch mit ganz vielen Fotos von den europäisch wirkenden Häusern zu versorgen. Ersteres habe ich getan, letzteres scheiterte an dem leeren Akku meines Fotoapparates. ;-) Es sieht dort ein wenig aus, wie in England mit kleinen dreistöckigen Häusern; so, wie die Straße, die ich auf dem Weg zum Museum fotografiert habe.
Da ich schon so schnell dort war, habe ich den Weg bis zum Oratorium St. Joseph verlängert (damit ihr euch ein Bild davon machen könnt und ich ja nun keins machen konnte: http://fr.wikipedia.org/wiki/Oratoire_St-Joseph). Das hat sich dann schon ein wenig gezogen... zumal der Fußgängerweg durchaus ein paar Male im Nichts endete und ich mich dann mitten auf einer 6-spurigen Straße wiederfand. Wie ihr aber seht, habe ich es auch heile zurück geschafft. ;-)
Den letzten Kilometer habe ich in Begleitung eines Amerikaners verbracht; er war auch auf der Suche nach dem Weg zum Oratorium. in jedem Fall haben wir uns sehr nett unterhalten, das Oratorium getrennt besichtigt, da er ganz viele Fotos von allem machen wollte. ;-) Junge, Junge, es war ganz schön schwierig, mein Englisch wieder auszupacken. Meist sind mir die Wörter auf Französisch eingefallen, aber das verstand er ja nun nicht.
Neben der Basilika, die wirklich beeindruckend ist, gibt es dort auch einen schön angelegten Park, in dem die Leidensgeschichte Christi mit Skulpturen dargestellt ist.
Auf dem Rückweg habe ich erstmal verzweifelt eine Bank gesucht, um meine Füße zu entlasten. Die habe ich zwar nicht gefunden, dafür aber einen Kaffee zum Minehmen, in dessen guter Begleitung ich mir den angrenzenden großen Friedhof angesehen habe (hier habe ich nur eine einzige Bank gesehen und die war natürlich besetzt!). Naja, den ganzen Friedhof habe ich nun auch wieder nicht nach einer Bank abgesucht; ich habe nur einen kleinen Teil gesehen, denn er zieht sich über den halben Mont Royal. Daher gibt es dort auch Straßen und man scheint hier per Auto zum gewünschten Grab zu fahren. Die Gräber, die ich gesehen habe, haben mich dadurch überrascht, dass die meisten nur mit Gras bepflanzt waren. Auf den wenigsten sah ich Blumen oder sonstige Beete. Für seine Größe hat er eindeutig zu wenig Ein- und Ausgänge. Ich hatte nämlich irgendwann die Wahl (laut zwei Damen) wieder zurück zu gehen, oder ihn gesamt zu gehen und auf der anderen Seite des Berges (Outremont) wieder die Stadt zu betreten. Ich bin dann umgedreht; Faulheit siegt. ;-) Ich habe allerdings den Verdacht, dass es auch noch eine Möglichkeit vom Friedhof zum Park auf dem Berg zu kommen. Doch dem wollte ich nicht auf gut Glück nachgehen. ;-) Hinterher wäre ich weiter eine muntere Stunde auf qualmenden Füßen durch die Gegend gelaufen...

So, und jetzt bin ich ziemlich platt und wieder in meinem Zimmer.

Wenn ihr Glück habt, raffe ich mich heute Abend noch mal auf, nehme den Fotoapparat und mache Bilder vom Hafen bei abendlicher Beleutung.

1 Kommentar:

Christoph hat gesagt…

"Das Museum befindet sich auf beiden Straßenseiten und unterirdisch gelangt man von dem einen zum anderen Teil. Das fand ich ein neues Konzept, aber wahrscheinlich ist aus Platzmangel erwachsen. ;-)"

ich weiß nur, dass die Unterführung aus wettertechnischen Gründen gebaut wurde :-D
warte mal ab ;-)