Gestern war ich mit vier Deutschen und einem Niederländer in Kanadas Hauptstadt Ottawa. Der Tag begann schon vielversprechend mit einem fröhlichen Weckerklingeln um 5h09, gefolgt von einem schnellen Frühstück und einem viel zu heißen Tee. Damit hatte ich dann tatsächlich noch Zeit, einen Blick in meinen Kanadaführer zu werfen. Dann bin ich zu Fuß durch den Nieselregen (ja, ich habe mich für die richtige Jacke entschieden - eine Regenjacke) zur Station Centrale gelaufen, wo ich noch schnell ein Ticket kaufte und dann Kati traf. Wir haben den Bus um 7h genommen und uns sehr gewundert, wo unsere Mitfahrer blieben. Zum Glück war Thijs, der Niederländer, schon früh da und erklärte uns, dass das ein Missverständnis war: das Treffen war um 7h angesetzt gewesen, nicht die Abfahrt. Gut, das konnten wir dann auch nicht mehr ändern und sind also gleich los. Damit hatten wir in Ottawa eine Stunde Zeit ein Café zu finden und dort selbigen zu trinken. Es war schon etwas seltsam, denn wir fanden gleich um die Ecke die Haupteinkaufsmeile (wenn man meinem Führer glauben darf) und es war einfach nur wie ausgestorben. Auch für einen Samstagfrüh war wirklich nichts los; und das in der Hauptstadt mit ca. 1 Mio Einwohnern! Als wir dann der Rest eine Stunde später einsammelten, konnten wir gleich unsere erworbene Ortskenntnis unter Beweis stellen und besagtes Café wiederfinden. ;-)
Danach sind wir in aller Ruhe über den Parliament Hill gelaufen und haben uns die Parlamentsgebäude angesehen - nur von außen; in den begehbaren Turm wollten wir der schönen Aussicht halber erst später gehen in der Hoffnung, dass die Wolkendecke bis dahin aufreißt. A Propos Wolkendecke, es war doch die falsche Jacke, bzw. ich habe meinen Fleecepulli sehr vermisst, denn es war einfach nur windig und kalt.
Wir sind bereits auf dem Abstieg vom Parliament Hill dem ersten Sofa begegnet. Gestern war nämlich für die dortigen Scouts Sofarallye durch Ottawa angesagt. Dies ist ein Wettbewerb, bei dem die Scouts in kleinen Gruppen durch Ottawa ziehen und an 25 festgesetzten Punkten Fotos von sich und dem Sofa machen, Zusatzpunkte bekommen diejenigen, die Fremde auf ihrem Sofa sitzen haben. Ich glaube wir, oder je ein Teil von uns, saßen auf so etwas 5 Sofas an den verschiedensten Orten. ;-) Wenn die Jungs ihre Fotos vergleichen, werden sie damit bestimmt viel Spaß haben. Damit wussten wir immhin schon, dass wir so nach und nach die Sehenswürdigkeiten abklapperten. ;-) Unser Wahl des Weges war also nicht gänzlich falsch.
Obwohl oder gerade weil es kalt war und Ottawa nicht viel zu bieten hat (und das sage ich nicht, weil ich Ottawa nicht mag, sondern, na das steht am Ende...) sind wir an noch weiteren Regierungsgebäuden vorbei und bis zum Wohnsitz des kanadischen Premiers gegangen. Dort wohnt ihm gegenüber der Vertreter der englischen Queen in einem kleinen Herrensitz. Diesen erreicht man durch einen Park, in dem unter anderem viele Präsidenten, First Ladies u.ä. Ahornbäume gepflanzt haben; jeder nur einen, versteht sich. Dass auch Kanadier nicht vor Rechtschreibfehlern geschützt sind, sahen wir an einem der Tafeln zu Füßen eines der Ahornbäume: le reine Elisabeth. Ist das nicht schön? Karl hat das den Jungs von der Aufsicht mitgeteilt; er war wohl nicht der erste, der den Fehler bemerkt und sie darauf aufmerksam gemacht hat - geändert haben sie es trotzdem nicht. (muss ich das verstehen?)
Der Rückweg führte uns zu dem sehr belebten Markt, wo wir einen wunderbar amerikanischen Diner fanden - sehr lecker!!!
Der Rückweg zum Turm des Parlamentsgebäudes führte uns sogar manchmal durch Sonne. Tja, der Turm war zu als wir kamen und daher gabs erst mal eine Sonnensiesta, um eine Entscheidung zu treffen, wie es weitergeht und was wir uns noch ansehen wollen/ sollen/ dürfen/müssen. Doch auch das Blättern in drei Führern gab keine Ergebnisse mehr her: Wir hatten innerhalt von 6h(!) alles erlaufen.
Ursprünglich wollten wir ja noch abends in eine Kneipe gehen und das Nachtleben der Hauptstadt kennen lernen, aber das wurde dann kurzfristig anders entschieden und wir sind nach einem letzten Kaffee bzw. Tee wieder nach Montréal zurückgekehrt.
Dort haben wir dann immerhin noch einen sehr gemütlichen Pub kennen gelernt. Damit hatten wir doch noch einen entspannten, gemeinsamen Ausklang.
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