Es ist Sonntagabend und ich habe ein wenig Zeit, meine geneigte Leserschaft mit neuen Informationen über mein Leben in Montréal zu versorgen. Ich fange mal beim vergangenen Wochenende an - da gibts nämlich einiges zu berichten.
Am Freitag habe ich mir mit Kati einen Wagen (Pontiac für die Autointeressierten unter uns) geliehen - immerhin haben wir beide die Grenze von 21 Jahren überschritten und dürfen damit Autos leihen, wenn auch mit Aufschlag, weil noch unter 25.
Die nächste zu überschreitende Grenze war dann in die USA. Da wir natürlich keine US-Dollar mit uns führten, haben wir auf dem Hinweg die Grenze gleich zweimal überquert: mit Auto das erste Mal, dann zu Fuß auf die andere Seite, um in Kanada im Duty Free Geld zu tauschen und wieder über die Grenze, zum Finanzieren des Visums. Dann durften wir gegen Abgabe von 6 Dollar, einem Lichtbild und den Fingerabdrücken weiter ziehen. (interessante Schilder sieht man an dem Grenzübergang: "Hunters leave your weapons in the car"; und der Rest? soll ich meine Waffen dann mit ins Häuschen nehmen?)
Danach gings fröhlich weiter (knapp 3h waren wir schon unterwegs und brauchten noch mal das Gleiche bis zu unserer Unterkunft bei Freunden meiner Eltern), ohne Zwischenfälle und direkt nach Durham, NH. Dort waren wir erstklassig untergebracht; es ist einfach schön, bei lieben Menschen zu Besuch zu sein.
Tags drauf haben wir zur Einstimmung auf das angeplante Wale gucken erst mal einen Biberdamm besichtigt; auch Tiere und deutlicher Zusammenhang mit Wasser, oder? Ich habe vorher noch nie einen Biberdamm oder -bau gesehen. Es ist beeindruckend, dass die Kerlchen derart organisiert zusammenarbeiten, dass ein riesiger See gestaut wird und der Damm standhält - was brauchen wir Menschen für Hilfsmittel. Die Natur ist immer wieder unglaublich!!!
Im Anschluss sind Kati und ich nach Rye Harbor gefahren, um das Reiseziel zu erreichen: Wale sehen. Und das war schon wieder ein völlig beeindruckendes Werk der Natur! Wir haben (einig sind wir uns da nicht, ich habe zwei, Kati sogar drei Wale gesehen, wie auch immer, immerhin haben wir Wale gesehen) tatsächlich den Rücken von mindestens einem Finnwal gesehen. Und auch wenn man nur einen kleinen Teil des Rückens sieht, es ist atemberaubend! Du bist da als kleiner Mensch auf einem kleinen Touristenboot auf "großer See", so dass der gesamte Horizont nur noch Wasser ist, und kommst dir ziemlich verloren, hilflos und unbedeutend vor und dann begegnet dir eins der größten Lebewesen auf dieser Welt. Ich bin froh, dass ich Wale gucken war, aber ich glaube es reicht auch, es einmal getan zu haben.
Direkt im Anschluss sind wir (ja, das ist ziemlich unglaublich) mit unserer Gastfamilie auf ein Rockkonzert gefahren. So, habe ich das erste Rockkonzert meines Lebens also am Lake Winnipesaukee erlebt. Und wen haben wir gehört? Z.Z. Top = zwei texanische Zwerge an der Gitarre machen mit ihrem texanischen Freund am Schlagzeug eine Menge Krach und rocken das Haus. Es war auf alle Fälle ein Erlebnis sondergleichen. Und ja, das Unglaubliche dieses Wochenendes ist noch nicht vorbei zum Wochenendhaus der Familie gefahren an einen See direkt an der Grenze zu Maine. Dort haben Kati und ich am Sonntag eine Einführung ins Wasserski fahren erhalten. (nein, Fotos gibt es aus guten Gründen nicht davon ;-)) Wir lagen nämlich beide eindeutig mehr im Wasser als auf den Skiern zu stehen. Nichtsdestotrotz hatten wir noch die folgenden zwei bis drei Tage einen wunderbaren rundum-Muskelkater. ;-) Ich hatte ja keine Ahnung, dass im Wasser rumdümpeln mit Schwimmweste so anstrengend sein kann. ;-)
So, und damit war nach der Heimfahrt das wunderbare Wochenende auch schon vorüber.
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