Samstag, 20. Oktober 2007

Antje spielt Badminton

Und wenn ich schon mal dabei bin, hier eine Runde Informationen zu veröffentlichen, gibts auch gleich noch das Neueste der letzten Woche.

Die Klausur am Mittwoch erwies sich als mehr als machbar und während ich vor unserem salle auf Tatiana wartete, kam so etwa die Hälfte meines Kurses an mir vorbei. Und wie viele von ihnen waren fâché [foasché], weil sie nicht nach Dingen gefragt worden waren, die sie (ja, ich auch) alle brav auswendig gelernt hatten. ;-) Anstatt sich zu freuen, dass die Klausur so fair war... nein, jetzt hatten sie, oh Schreck, oh Graus, mehr gelernt als nötig. ;-) Ich bin im Nachhinein nur froh, dass ich nicht mehr getan habe als den ausgedehnten Freitag und Samstag und ansonsten noch einige Übungen.
So, und jetzt zum Sport. Ich wollte ja schon, seitdem ich angekommen bin, hier Badminton spielen und habe es nie auf die Reihe gekriegt. Jetzt hatte ich keine Wahl mehr, denn ein Mathemensch, Pier-Luc, hat gleich einen Termin mit mir für vergangenen Donnerstag ausgemacht; da half kein Jammern und kein Flehen, ich musste dran glauben. ;-) Eigentlich wollte ich ihn ja ein wenig zurechtstutzen, weil er mir etwas zu selbstbewusst von seinen Badmintonfähigkeiten sprach. Das ließ sich aber nicht in die Tat umsetzen... der Junge spielt einfach gut - hat jahrelang im Verein gespielt - dem habe ich nichts entgegenzusetzen. ;-) Es war in jedem Fall sehr gut und mein Kopf hatte die gewohnte Farbe des Antje-gibt-bei-Badminton-alles angenommen, da konnten selbst Tomaten neidisch werden. ;-) Und als wäre das nicht genug Sport für meinen leicht erkälteten Körper, habe ich am Freitag gleich wieder gespielt. Diesmal allerdings mit meinem Mitbewohner, Rafael. Der spielt dreimal pro Woche hier und war sofort bereit in die Schuhe zu springen, als ich ihn Donnerstag fragte, wie das hier mit Schläger leihen funktioniert und ob man einen Platz reservieren muss. Also habe ich ihm zugesagt, dass wir einen der folgenden Tage spielen würden. So, und damit stand ich Freitag wieder eine Stunde in der Halle. Diemal war es entspannter, weil wir beide etwa das gleiche Niveau spielen. Dann haben uns noch zwei Jungs gefragt, ob wir nicht mit ihnen Doppel spielen wollten. Also haben wir unser Können bei einem Doppel unter Beweis bzw. auf die Probe gestellt. Es war sehr witzig und auch hier ausgeglichen. Gut, am Ende haben dann doch wir zwei gewonnen. ;-)

Ja, und jetzt sitze ich mit Muskelkater am Schreibtisch, habe beschlossen, dass ich ein- oder zweimal pro Woche Badminton spielen werde, bin dankbar über mein Blasenpflaster und pflege meine Erkältung mit Tee. ;-)
Bis bald. Bisous.

Was inzwischen geschah: Eishockey in der Sportbar, Kürbissuppe und "Les deux Pierrots"

Uiuiui, habe ich lange nicht mehr geschrieben... Da muss ich meine Erinnerung erst mal mittels Kalender auffrischen. So, das wird wohl wieder ein etwas längerer Post. ;-) Ich fange vorne an, sprich bei Eishockey...
Das Wochenende nach dem Botanischen Garten wollte ich mit Freunden in "Les deux Pierrots" gehen, eine Kneipe/ Disko mit Livemusik aus dem Québec. Dann hat mich aber Odile erst mal beschwatzt, dass wir uns davor das Eishockeyspiel der "Canadiens de Montréal" gegen die "Maple leaves" aus Toronto ansehen. Also sind wir in Begleitung von Margot und Marie-Ève in die Sportbar der "Canadiens", "la cage aux sports", losgezogen, um natürlich unsere Jungs aus Montréal zu unterstützen. Gut, es war nicht so viel los, aber wir hatten unseren Spaß und eine Menge Bier (pro Mädel ein Pint); nach dem Spiel - wir haben verloren, für die Sportinteressierten 3:4 - sind wir dann in einen Pub in der Nähe gegangen, wo ich aber nicht furchtbar lange geblieben bin, sondern statt dessen den Heimweg anstrebte und völlig erschlagen ins Bett fiel. Damit war der erste Versuch der "deux Pierrots" erfogreich gescheitert.
Am Sonntag danach war noch mehr passiver Sport angesagt. Odile und ich haben unsere Unibasketballmannschaft gegen Springfield angefeuert. Diesmal haben wir gewonnen. ;-)

Und am Montag danach war Thanksgiving, weswegen die Uni ausfiel und Kati und ich beschlossen, dass wir zusammen kochen wollten. Das haben wir auch in meiner kleinen Küche in die Tat umgesetzt. Es war sehr lecker und sehr studentisch! Zusammen mit Odile und Michael waren wir zu viert und haben mit drei Stühlen und der Couch die Küche völlig ungangbar gemacht. ;-) Macht nichts, unsere Kürbissuppe ist sehr gut und sehr viel geworden. Das Rezept für 5 (Rafael war eingeladen) erwies sich als Rezept für 8-9 Personen und wir haben drei Töpfe Suppe produziert. ;-) Mit frischen Baguette und Wein wurde die Suppe genossen und mit Crèpes mit Cranberrysauce beschlossen. Wie gut, dass Odile auch hier wohnt; so konnte ich mir Besteck und Geschirr zuleihen. ;-) Am Dienstag habe ich dann gleich alle noch zu einem Nachessen eingeladen/ verpflichtet/ gebeten... es war sehr lustig, auch wenn es die zweite Portion ohne Wein gab.
Es war ein total lustiger und leckerer Abend. So rund um 24h verabschiedeten sich meine Gäste und als ich noch kurz einen Blick auf meine Email warf, war meine Müdigkeit ganz plötzlichem Erschrecken gewichen. ;-) Tatiana fragte an, ob ich auch das ganze Wochenende für die Klausur am Dienstag gelernt hätte... nein, habe ich nicht. ;-) Also gabs noch eine spontane Rettungsaktion und ich habe noch Kati vorgewarnt und insgesamt drei Stunden vor der Klausur wiederholt... immerhin. ;-) Keine Bange, es hat ausgereicht. Ich habe etwas über 60%. Was lernen wir daraus? Es ist durchaus sinnvoll seinen Kalender auch für Klausurdaten zu missbrauchen und nicht nur für Geburtstagserinnerungen. ;-) Das habe ich dann auch ganz spontan am Dienstag gemacht.

Und um zu beweisen, dass ich aus meinen Fehlern lerne, habe ich den darauffolgenden (=von jetzt aus betrachtet: vor 7 Tagen) Samstag ganz brav mit Tatiana gelernt. Wir hatten nämlich am vergangenen Mittwoch unsere Halbtrimesterklausur in Phonetik zu bestehen. Doch zurück zum Wochenende...
Am Freitag habe ich schon brav am Schreibtisch gesessen und gelernt und mit Tatiana war ich dann am Samstag von 10h bis 17h in der Nationalbibliothek. Länger konnten wir leider nicht bleiben, weil sie am Wochenende schon so früh schließen. ;-) Also haben wir dort in aller Stille gelernt, gefroren (die Lüftung war direkt unter den Füßen, also sozusagen für die Füße... die haben wir irgendwann mit unseren Taschen ausgeschaltet - technisches K.O. ;-)), gelacht, geschnackt, ... Danach war aus verständlichen Gründen unser IQ auf geschätzte 80 gesunken und wir zu völliger Albernheit verdammt. Das haben wir ausgenutzt und haben uns einen total niedlichen Frauenfilm angesehen; das war Katis Idee, doch aufgrund technischer Unwägbarkeiten haben wir uns verpasst und sie war leider nicht dabei. Damit waren Tatiana und ich zu zweit im Kino mit "Odette Toulemonde". Für alle, die mit einem breiten Lächeln den Kinosaal verlassen wollen, ist das genau das Richtige! Das ist Wohlfühl-Kino!
Und danach? Ja, danach sind wir tatsächlich noch in "Les deux Pierrots" gegangen. Und auch das war eine gute Entscheidung. So sind wir noch zu vier Stunden tanzen und singen gekommen. Es war ein wenig wie Karneval in der Hinsicht, dass alle die Liedtexte kannten und lautstark mitgesungen haben. ;-) Es war einfach eine rundum tolle Stimmung: ausgelassen, fröhlich und alle haben getanzt! Das ist eine ganz tolle Kneipe, wo man jeden Freitag und Samstag Livemusik bekommt mit bekannten Liedern aus dem Québec und ein paar 80er für die Ausländer. ;-) Alle zwei bis drei Lieder schrie mir Tatiana ins Ohr:" Cela, c'est typiquement québécois!" Das sagt doch schon alles, oder? Es ist wirklich ganz toll und für alle, die jemals nach Montréal kommen: nichts wie hin!!! Ich bin dann mit Odile gegen drei heimgegangen und nach einer warmen Dusche ins Bett gefallen. Was habe ich mich auf ein langes Ausschlafen gefreut... gut, bis um 8h habe ich gut geschlafen, da kann man nichts sagen. ;-) Den Sonntag war ich einfach nur angematscht. ;-) Macht nichts, das darf auch mal sein, oder?

So, damit existiert mal wieder ein Überblick über mein Leben hier in Montréal. ;-)