Sonntag, 30. September 2007

Nachtrag: Sofarallye

So also sieht dann ein Bild von der Sofarallye aus: Touristen auf einer Couch der Scouts mit Scouts und das ganze mit Blick auf den Parliaments Hill. Hat doch was, oder? Bemerkenswert auch, dass wir erstens alle Platz finden auf der Couch und dass das Wetter so unglaublich toll ist. ;-)
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Die Woche nach den USA und mein erster Feueralarm

So nach Überwindung des Muskelkaters habe ich meinen ersten Kurs Tai Chi (Gesundheit! oder kann man das essen?) erlebt. Das war eine gute Entscheidung, denn es tut der Seele unglaublich gut. Ich kann allen stressempfindlichen nur empfehlen, es mal zu probieren - eine gewisse Einbildungskraft ist allerdings auch von Nöten. ;-) Danach ist man, oder zumindest ging es mir und Odile so, ziemlich wach, was für halb 11 nicht unbedingt optimal ist. ;-)
Nachdem ich dann doch gegen halb eins eingeschlafen bin, wurde ich nicht gerade sanft aus meinem hart erarbeiteten Schlaf gerissen. Und zwar wann? Na, nachts um halb 3, ist das nicht ein Traum? Wir hatten Feueralarm und also hieß es, das Gebäude evakuieren und im Nieselregen zur Uni laufen, um dort immerhin ins Warme zu kommen. Ich gehörte zu dem Teil, der aus dem Bett gefallen ist; beruhigend, dass ich nicht die einzige war, die völlig verpennt aussah. Immerhin habe ich einige Bekannte getroffen und wir haben in Ruhe geschnackt. Feuerarlarm ist also nicht immer schlecht. ;-) (beunruhigend finde ich nur, dass mir hintertragen wurde, dass Feueralarm hier grundsätzlich nachts und in der kalten Jahreszeit ausgelöst werde ... na, vielen Dank, gegen einen nächtlichen Spaziergang im Schnee habe ich je grundsätzlich nichts, aber doch bitte nicht im Schlafanzug... ;-)) Nach einer halben Stunde durften wir zum Glück wieder zurück traben und ins Bett fallen; schwieriger war danach, wieder einzuschlafen (ich schiebe mal auf diese komische Nacht meinen angematschten Zustand am Freitag ;-))

Den habe ich zum Glück bis Samstag ein wenig überwunden und bin gestern Abend mit Jan, Kati und Odile in den botanischen Garten gegangen. Dort findet zur Zeit "la magie des lanternes" statt, d.h. wie der Name schon sagt, dass im Chinesischen Garten Laternen stehen, die abends natürlich mehr her machen als tagsüber. Dumm nur, dass wir nicht die einzigen waren, die die grandiose Idee hatten dort hinzugehen, denn es drängten sich die Massen. Dabei fand direkt daneben im Olympiastadion statt - auch dort drängten sich die Massen. Damit hatten wir immerhin viel Zeit, Fotos zu schießen. Den Rest des Parks ließen sie leider im Dunkeln, so dass wir nicht mehr im japanischen Teil waren. Der Ausflug hat mir gezeigt, dass es eindeutig auf den Herbst und Winter zugeht; die Luft ist empfindlich kühl. Damit hatten wir auch einen guten Grund, uns hinterher bei Kaffee und heißer Schokolade aufzuwärmen. ;-)

Oh, und für alle, die Lust haben ein ganz tolles Buch über das Leben zu lesen: "Ensemble, c'est tout" zu deutsch "Zusammen weniger allein" von Anna Gavalda. Ich habe es gerade zu meinem neuen Lieblingsbuch erklärt. Meist lese ich ein paar Seiten zum Essen (es sei denn ich habe Gesellschaft) und heute habe ich damit meine Mittagspause auf eine gute Stunde ausgedehnt ;-)).

So, das wäre es erstmal von meiner Seite, bis bald.

Wenn das nicht Urlaub ist...

Das ist der Blick vom Wochenendhaus der Gastfamilie auf den See. Diesseits des Ufers ist Maine, auf der anderen Seite ist New Hampshire. Ist es nicht toll morgens aufzuwachen und diesen Blick zu genießen? Hier wurde der Vor-Frühstücks-Kaffee getrunken.
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uiuiui, da hat ja jemand lange nicht mehr geschrieben oder ein WE mit Kati in Durham, NH

Es ist Sonntagabend und ich habe ein wenig Zeit, meine geneigte Leserschaft mit neuen Informationen über mein Leben in Montréal zu versorgen. Ich fange mal beim vergangenen Wochenende an - da gibts nämlich einiges zu berichten.

Am Freitag habe ich mir mit Kati einen Wagen (Pontiac für die Autointeressierten unter uns) geliehen - immerhin haben wir beide die Grenze von 21 Jahren überschritten und dürfen damit Autos leihen, wenn auch mit Aufschlag, weil noch unter 25.

Die nächste zu überschreitende Grenze war dann in die USA. Da wir natürlich keine US-Dollar mit uns führten, haben wir auf dem Hinweg die Grenze gleich zweimal überquert: mit Auto das erste Mal, dann zu Fuß auf die andere Seite, um in Kanada im Duty Free Geld zu tauschen und wieder über die Grenze, zum Finanzieren des Visums. Dann durften wir gegen Abgabe von 6 Dollar, einem Lichtbild und den Fingerabdrücken weiter ziehen. (interessante Schilder sieht man an dem Grenzübergang: "Hunters leave your weapons in the car"; und der Rest? soll ich meine Waffen dann mit ins Häuschen nehmen?)
Danach gings fröhlich weiter (knapp 3h waren wir schon unterwegs und brauchten noch mal das Gleiche bis zu unserer Unterkunft bei Freunden meiner Eltern), ohne Zwischenfälle und direkt nach Durham, NH. Dort waren wir erstklassig untergebracht; es ist einfach schön, bei lieben Menschen zu Besuch zu sein.

Tags drauf haben wir zur Einstimmung auf das angeplante Wale gucken erst mal einen Biberdamm besichtigt; auch Tiere und deutlicher Zusammenhang mit Wasser, oder? Ich habe vorher noch nie einen Biberdamm oder -bau gesehen. Es ist beeindruckend, dass die Kerlchen derart organisiert zusammenarbeiten, dass ein riesiger See gestaut wird und der Damm standhält - was brauchen wir Menschen für Hilfsmittel. Die Natur ist immer wieder unglaublich!!!
Im Anschluss sind Kati und ich nach Rye Harbor gefahren, um das Reiseziel zu erreichen: Wale sehen. Und das war schon wieder ein völlig beeindruckendes Werk der Natur! Wir haben (einig sind wir uns da nicht, ich habe zwei, Kati sogar drei Wale gesehen, wie auch immer, immerhin haben wir Wale gesehen) tatsächlich den Rücken von mindestens einem Finnwal gesehen. Und auch wenn man nur einen kleinen Teil des Rückens sieht, es ist atemberaubend! Du bist da als kleiner Mensch auf einem kleinen Touristenboot auf "großer See", so dass der gesamte Horizont nur noch Wasser ist, und kommst dir ziemlich verloren, hilflos und unbedeutend vor und dann begegnet dir eins der größten Lebewesen auf dieser Welt. Ich bin froh, dass ich Wale gucken war, aber ich glaube es reicht auch, es einmal getan zu haben.
Direkt im Anschluss sind wir (ja, das ist ziemlich unglaublich) mit unserer Gastfamilie auf ein Rockkonzert gefahren. So, habe ich das erste Rockkonzert meines Lebens also am Lake Winnipesaukee erlebt. Und wen haben wir gehört? Z.Z. Top = zwei texanische Zwerge an der Gitarre machen mit ihrem texanischen Freund am Schlagzeug eine Menge Krach und rocken das Haus. Es war auf alle Fälle ein Erlebnis sondergleichen. Und ja, das Unglaubliche dieses Wochenendes ist noch nicht vorbei zum Wochenendhaus der Familie gefahren an einen See direkt an der Grenze zu Maine. Dort haben Kati und ich am Sonntag eine Einführung ins Wasserski fahren erhalten. (nein, Fotos gibt es aus guten Gründen nicht davon ;-)) Wir lagen nämlich beide eindeutig mehr im Wasser als auf den Skiern zu stehen. Nichtsdestotrotz hatten wir noch die folgenden zwei bis drei Tage einen wunderbaren rundum-Muskelkater. ;-) Ich hatte ja keine Ahnung, dass im Wasser rumdümpeln mit Schwimmweste so anstrengend sein kann. ;-)
So, und damit war nach der Heimfahrt das wunderbare Wochenende auch schon vorüber.

Sonntag, 16. September 2007

Ein Samstag unter germanophonen (!) in Ottawa oder was ist eine Sofarallye

Gestern war ich mit vier Deutschen und einem Niederländer in Kanadas Hauptstadt Ottawa. Der Tag begann schon vielversprechend mit einem fröhlichen Weckerklingeln um 5h09, gefolgt von einem schnellen Frühstück und einem viel zu heißen Tee. Damit hatte ich dann tatsächlich noch Zeit, einen Blick in meinen Kanadaführer zu werfen. Dann bin ich zu Fuß durch den Nieselregen (ja, ich habe mich für die richtige Jacke entschieden - eine Regenjacke) zur Station Centrale gelaufen, wo ich noch schnell ein Ticket kaufte und dann Kati traf. Wir haben den Bus um 7h genommen und uns sehr gewundert, wo unsere Mitfahrer blieben. Zum Glück war Thijs, der Niederländer, schon früh da und erklärte uns, dass das ein Missverständnis war: das Treffen war um 7h angesetzt gewesen, nicht die Abfahrt. Gut, das konnten wir dann auch nicht mehr ändern und sind also gleich los. Damit hatten wir in Ottawa eine Stunde Zeit ein Café zu finden und dort selbigen zu trinken. Es war schon etwas seltsam, denn wir fanden gleich um die Ecke die Haupteinkaufsmeile (wenn man meinem Führer glauben darf) und es war einfach nur wie ausgestorben. Auch für einen Samstagfrüh war wirklich nichts los; und das in der Hauptstadt mit ca. 1 Mio Einwohnern! Als wir dann der Rest eine Stunde später einsammelten, konnten wir gleich unsere erworbene Ortskenntnis unter Beweis stellen und besagtes Café wiederfinden. ;-)
Danach sind wir in aller Ruhe über den Parliament Hill gelaufen und haben uns die Parlamentsgebäude angesehen - nur von außen; in den begehbaren Turm wollten wir der schönen Aussicht halber erst später gehen in der Hoffnung, dass die Wolkendecke bis dahin aufreißt. A Propos Wolkendecke, es war doch die falsche Jacke, bzw. ich habe meinen Fleecepulli sehr vermisst, denn es war einfach nur windig und kalt.
Wir sind bereits auf dem Abstieg vom Parliament Hill dem ersten Sofa begegnet. Gestern war nämlich für die dortigen Scouts Sofarallye durch Ottawa angesagt. Dies ist ein Wettbewerb, bei dem die Scouts in kleinen Gruppen durch Ottawa ziehen und an 25 festgesetzten Punkten Fotos von sich und dem Sofa machen, Zusatzpunkte bekommen diejenigen, die Fremde auf ihrem Sofa sitzen haben. Ich glaube wir, oder je ein Teil von uns, saßen auf so etwas 5 Sofas an den verschiedensten Orten. ;-) Wenn die Jungs ihre Fotos vergleichen, werden sie damit bestimmt viel Spaß haben. Damit wussten wir immhin schon, dass wir so nach und nach die Sehenswürdigkeiten abklapperten. ;-) Unser Wahl des Weges war also nicht gänzlich falsch.
Obwohl oder gerade weil es kalt war und Ottawa nicht viel zu bieten hat (und das sage ich nicht, weil ich Ottawa nicht mag, sondern, na das steht am Ende...) sind wir an noch weiteren Regierungsgebäuden vorbei und bis zum Wohnsitz des kanadischen Premiers gegangen. Dort wohnt ihm gegenüber der Vertreter der englischen Queen in einem kleinen Herrensitz. Diesen erreicht man durch einen Park, in dem unter anderem viele Präsidenten, First Ladies u.ä. Ahornbäume gepflanzt haben; jeder nur einen, versteht sich. Dass auch Kanadier nicht vor Rechtschreibfehlern geschützt sind, sahen wir an einem der Tafeln zu Füßen eines der Ahornbäume: le reine Elisabeth. Ist das nicht schön? Karl hat das den Jungs von der Aufsicht mitgeteilt; er war wohl nicht der erste, der den Fehler bemerkt und sie darauf aufmerksam gemacht hat - geändert haben sie es trotzdem nicht. (muss ich das verstehen?)
Der Rückweg führte uns zu dem sehr belebten Markt, wo wir einen wunderbar amerikanischen Diner fanden - sehr lecker!!!
Der Rückweg zum Turm des Parlamentsgebäudes führte uns sogar manchmal durch Sonne. Tja, der Turm war zu als wir kamen und daher gabs erst mal eine Sonnensiesta, um eine Entscheidung zu treffen, wie es weitergeht und was wir uns noch ansehen wollen/ sollen/ dürfen/müssen. Doch auch das Blättern in drei Führern gab keine Ergebnisse mehr her: Wir hatten innerhalt von 6h(!) alles erlaufen.
Ursprünglich wollten wir ja noch abends in eine Kneipe gehen und das Nachtleben der Hauptstadt kennen lernen, aber das wurde dann kurzfristig anders entschieden und wir sind nach einem letzten Kaffee bzw. Tee wieder nach Montréal zurückgekehrt.
Dort haben wir dann immerhin noch einen sehr gemütlichen Pub kennen gelernt. Damit hatten wir doch noch einen entspannten, gemeinsamen Ausklang.

Montag, 10. September 2007

Die erste Woche Uni und ich habe ein neues Lieblingslied!

So, da bin ich wieder. Ich habe heute (Montag) den letzten meiner Linguistikkurse kennen gelernt. Rate mal, wie der Prof heißt (so was habe ich auch noch nicht erlebt)... Beau ist sein Vorname - aber wenigstens gilt hier "nomen est omen". ;-)
Die Kurse erweisen sich alle als arbeitsaufwändig, aber sie machen auch Spaß und erscheinen mir sinnvoll.
Wie sieht also mein Stundenplan aus?
Mo: 9h30-12h30 Lexicologie und Lexicographie
Di: 9h30-12h30 Le francais du Québec
Mi: 9h30-12h30 Traduction: de l'anglais au francais, 14h-17h Phonétique
Do: 11h-12h Atelier Phonétique
Ist das nicht super? Mein Wochenende beginnt am Donnerstag Mittag! (abgesehen von den Hausaufgaben ;-))

Letze Woche waren außerdem zwei Kennenlernveranstaltungen: am Fr'abend vom Wohnheim aus und den gesamten Sa für les étudiants internationaux.
Es war sehr witzig; ich habe in erster Linie Franzosen kennen gelernt, denn hier im Wohnheim gibt es kaum andere Nationalitäten, oder sie waren nicht bei dem Abend und bei den internationalen Studierenden sowieso... ca. 90% der ausländischen Studenten kommen aus Frankreich; dann gibts noch einige Belgier, Mexikaner, Asiaten und am Sa waren wir tatsächlich 6 Deutsche!
Und das alles hat schon Früchte getragen (das Kennenlernen meine ich). Nach unserem Kurs heute bin ich mit Kati einen Kaffee im hiesigen Unicafé trinken gegangen und wer läuft an uns vorbei? Odile, also waren wir schon drei. Und einige Zeit später läuft Jan, ein Niederländer, den ich am Sa getroffen habe, an uns vorbei. Kaum retour am Wohnheim treffe ich wieder Jan und Pierre, Franzose (wie könnte es anders sein?).
Es ist witzig, die Franzosen untereinander, wenn sie sich noch nicht kennen, vergleichen natürlich als erstes ihre Dialekt und aus welcher Ecke Frankreichs sie kommen (gut, ich mache es mit Deutschen ja nicht anders ;-), aber es ist spannend, die französischen Dialekte zu hören).
Am Fr habe ich einen Franzosen mit einem unglaublichen Gespür für Dialekte getroffen; ihm zuzuhören war die Show schlechthin. Vor Lachen lag ich bald unterm Tisch - wäre ein Tisch in der Nähe gewesen... Über ihn habe ich auch den ersten Gaspésien meines Lebens getroffen und mich mit ihm unterhalten. Junge, junge der Dialekt ist wirklich breitestes québécois. Aber mit gutem Willen kommt man doch auf einen grünen Zweig. ;-) (nein, so schlimm ist es nun auch wieder nicht)

Gestern war ich mit Maike und ihrer Freundin unterwegs. Da musste ich doch glatt wieder englisch ausgraben, denn wir haben unterwegs auf dem Mont Royal einen Iren (und wie heißt er??? Sean.) aufgegabelt, der bei Maike im Hostel wohnt. Tja, und damit war's natürlich aus und vorbei mit dem Tag, an dem es mehr oder minder genügt deutsch zu können.

So, und wie bin ich jetzt zu meinem neuen Lieblingslied gekommen? Ich habe es schon letzte Woche bei Odile gehört und am Sa wieder. Tja, und schon war's um mich geschehen. ;-) Damit du weißt, wovon ich rede: "Les étoiles filantes" von den "Cowboys fringants". Die Cowboys fringants sind eine Gruppe aus dem Québec und machen wirklich gute Musik.

Und damit verabschiede ich mich für heute. Bis zum nächsten Mal...

Montag, 3. September 2007

Der letzte freie Tag, bevor die Kurse starten

Gestern, am Sonntag war ich nachmittags mit Kati im Musée des Beaux Arts. Es war eine interessante Mischung aus europäischen (also uns zum Teil bekannten) und kanadischen Malern. Daneben gab es auch einige Skulpturen zu entdecken und natürlich so moderne Kunst, dass sie bei mir auf völliges Unverständnis trifft und ich nur entscheide, ob es mir gefällt oder eben nicht. ;-) Und auch sehr interessant: es gab eine Ausstellung der Streamline-Moderne; das ist eine Art Art Deko, also Alltagsgegenstände, wie Stühle, Sofas, Bohrmaschinen, PC, Fotoapparat und ein richtig schönes Motorrad. Das macht wirklich Spaß.
Fotos gibt es in diesem Fall nur von außen und die Architektur von dem zweiten Gebäude. Das Museum befindet sich auf beiden Straßenseiten und unterirdisch gelangt man von dem einen zum anderen Teil. Das fand ich ein neues Konzept, aber wahrscheinlich ist aus Platzmangel erwachsen. ;-)

Am Abend bin ich mit Kati auf der Prince Arthur Street etwas trinken gegangen. Da fühlt man sich wirklich wie in Europa: eine niedliche Fußgängerzone. Alle Cafés und Restaurants haben Tische auf der Straße und es ist sehr gut besucht. Ich habe es lange nicht mehr gesehen, dass Restaurants und Kneipen so geballt in einigen Straßen auftreten. Hier gibt es dann wirklich eine Straße, in der sich eine Kneipe an die andere reiht.
Danach haben wir uns dann noch den grandiosen spanischen Film "Habla con ella" angesehen. Sehr gut und ziemlich traurig. So wie das Leben eben sein kann.

Heute dachte ich einen kleinen Spaziergang zum Westmount zu machen und euch mit ganz vielen Fotos von den europäisch wirkenden Häusern zu versorgen. Ersteres habe ich getan, letzteres scheiterte an dem leeren Akku meines Fotoapparates. ;-) Es sieht dort ein wenig aus, wie in England mit kleinen dreistöckigen Häusern; so, wie die Straße, die ich auf dem Weg zum Museum fotografiert habe.
Da ich schon so schnell dort war, habe ich den Weg bis zum Oratorium St. Joseph verlängert (damit ihr euch ein Bild davon machen könnt und ich ja nun keins machen konnte: http://fr.wikipedia.org/wiki/Oratoire_St-Joseph). Das hat sich dann schon ein wenig gezogen... zumal der Fußgängerweg durchaus ein paar Male im Nichts endete und ich mich dann mitten auf einer 6-spurigen Straße wiederfand. Wie ihr aber seht, habe ich es auch heile zurück geschafft. ;-)
Den letzten Kilometer habe ich in Begleitung eines Amerikaners verbracht; er war auch auf der Suche nach dem Weg zum Oratorium. in jedem Fall haben wir uns sehr nett unterhalten, das Oratorium getrennt besichtigt, da er ganz viele Fotos von allem machen wollte. ;-) Junge, Junge, es war ganz schön schwierig, mein Englisch wieder auszupacken. Meist sind mir die Wörter auf Französisch eingefallen, aber das verstand er ja nun nicht.
Neben der Basilika, die wirklich beeindruckend ist, gibt es dort auch einen schön angelegten Park, in dem die Leidensgeschichte Christi mit Skulpturen dargestellt ist.
Auf dem Rückweg habe ich erstmal verzweifelt eine Bank gesucht, um meine Füße zu entlasten. Die habe ich zwar nicht gefunden, dafür aber einen Kaffee zum Minehmen, in dessen guter Begleitung ich mir den angrenzenden großen Friedhof angesehen habe (hier habe ich nur eine einzige Bank gesehen und die war natürlich besetzt!). Naja, den ganzen Friedhof habe ich nun auch wieder nicht nach einer Bank abgesucht; ich habe nur einen kleinen Teil gesehen, denn er zieht sich über den halben Mont Royal. Daher gibt es dort auch Straßen und man scheint hier per Auto zum gewünschten Grab zu fahren. Die Gräber, die ich gesehen habe, haben mich dadurch überrascht, dass die meisten nur mit Gras bepflanzt waren. Auf den wenigsten sah ich Blumen oder sonstige Beete. Für seine Größe hat er eindeutig zu wenig Ein- und Ausgänge. Ich hatte nämlich irgendwann die Wahl (laut zwei Damen) wieder zurück zu gehen, oder ihn gesamt zu gehen und auf der anderen Seite des Berges (Outremont) wieder die Stadt zu betreten. Ich bin dann umgedreht; Faulheit siegt. ;-) Ich habe allerdings den Verdacht, dass es auch noch eine Möglichkeit vom Friedhof zum Park auf dem Berg zu kommen. Doch dem wollte ich nicht auf gut Glück nachgehen. ;-) Hinterher wäre ich weiter eine muntere Stunde auf qualmenden Füßen durch die Gegend gelaufen...

So, und jetzt bin ich ziemlich platt und wieder in meinem Zimmer.

Wenn ihr Glück habt, raffe ich mich heute Abend noch mal auf, nehme den Fotoapparat und mache Bilder vom Hafen bei abendlicher Beleutung.

Sonntag, 2. September 2007

Der japanische Garten

Das ist also ein Blick auf den japanischen See. Hat das Wasser nicht eine tolle Farbe?
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Wer findet den chien chaud?

Und das ist also der kanadische Hot Dog. Es ist also kein Witz mit der mot-à-mot Übersetzung. ;-) Die Welt ist schon verrückt.
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Die Sphäre auf der Ile Ste-Hélène

So, das ist also die Sphäre aus der Nähe. Odile und ich haben haben auch ganz viele andere davor fotografiert. ;-) Das ist eben das Objekt der Begierde schlechthin. Hier haben wir auch die ganzen Murmeltiere gesehen.
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La Rentrée, Ile Ste-Hélène und Ile Notre Dame, le Jardin Botanique oder was ist bitte ein "chien chaud" oder ein "stüüt"?

So, ich war also wie angeküdigt bei La Rentrée, der Einführungsveranstaltung dieser Uni für alle Neuenkömmlinge. Als erstes wurden wir alle aus dem Fachbereich Science Humaine vom Doyen begrüßt. Das fing schon mal gut an, weil der gute Mann leider nur selten direkt in sein Mikro gesprochen hat. Na, und dann war das die erste große Herausforderung auf québécois. Aber, da er uns nur den Aufbau der Uni und des Fachbereichs vorgestellt hat, hielt sich das Unverständnis meinerseits in Grenzen. ;-) Kati erlitt das gleiche Schicksal wie ich - sie saß neben mir und hatte genauso viel Spaß wie ich an der Rede. Immerhin, wir wurden sehr anstädnig begrüßt.
Danach gab es dann eine Führung durch den unterirdischen Teil der Uni. Ich hatte mich ja dort auch schon umgesehen und von daher werde ich mich dort wohl nicht verlaufen. ;-) Verpasst hätte man allerdings auch nichts bei La Rentrée, wenn man mit Abwesenheit geglänzt hätte. Aber das konnte ich ja vorher nicht ahnen. Wie dem auch sei, ein weiterer Punkt meiner To-Do-Liste ist abgehakt. ;-)
Abends habe ich mir dann mit Kati und Rafael, meinem französischen Mitbewohner, einen Film von Truffaut angesehen - wie immer open air. Es war sehr nett und meine Hoffnungen erfüllen sich, dass ich hier auch Franzosen kennen lernen werde. Es ist unglaublich, aber die meisten Austauschstudenten sind??? Genau, Franzosen. Also, keine Bange, es besteht noch Hoffnung, dass ich hinterher nicht nur québécois und ein bisschen belgisch rede. ;-)

Tags darauf bin ich mit Odile zu den beiden vorgelagerten Inseln Ile Ste-Hélène und Ile Notre Dame gefahren; man kann per Metro auf erstere fahren und dann auf die zweite 'rüberlaufen. Es war sehr schön und wir haben die erste Hälfte der ersten erlaufen; unter anderem waren wir IN der Sphäre und auf der zweiten sind wir eine Weile auf dem Circuit Gilles-Villeneuve gelaufen und entlang des Bassin d'Aviron. Dann haben wir ein Päuschen gemacht und ich habe den ersten "chien chaud" gesehen; ich dachte immer das sei ein schlechter Witz, aber nein, es existiert tatsächlich!
Auf dem Weg habe ich auch ein wenig belgisch gelernt. Wer kann mir sagen, wer oder was eine cocoteuse, eine cotte und ein stüüt ist? Also, eine cocoteuse = collocatrice, une cotte = l'app. où on vit avec ses collocateurs und ein stüüt = qch. qui ne va pas. ;-) Ihr seht, ich bilde mich weiter und fange auch bald der Bequemlichkeit halber an mit septante und nonante zu zählen. ;-)

Ja, und gestern war ich mit Odile im Jardin Botanique. Da wir nicht wussten, wann der Park schließt, haben wir einen der Minibahnfahrer gefragt. Er kommt aus Portugal und hat uns erklärt, welchen Weg wir am Besten durch den Park nehmen, damit wir alles Wichtige sehen und nichts vergessen. Nicht dass uns hinterher jemand fragt: Ah, du warst im botanischen Garten, hast du denn auch ... gesehen? und wir verneinen müssen. ;-) Er war wirklich sehr um uns besorgt und fragt jedesmal, wenn er an uns vorbeifuhr, ob denn auch alles zu unserer Zufriedenheit sei.
Für alle Blumenliebhaber, es lohnt sich einen Blick in das zugehörige Album zu werfen. ;-) Der Garten ist wirklich unglaublich groß und beherbergt unter anderem den größten chinesischen Garten außerhalb Chinas. Ich habe hier auch zum ersten Mal einen Steingarten gesehen. Der japanische Garten ist wie der chinesische sehr schön, doch es lohnt sich auch bis ans andere Ende des Parks zu laufen oder fahren und sich die nordamerikanischen Bonsais anzusehen. Es ist ja unglaublich, wie alt die zum Teil sind. Der älteste, den sie je hatten, ist mit 600 Jahren gestorben.
Der Park ist wirklich unglaublich schön mit den verschiedensten Sorten Pflanzen und Teichen. Es gibt auch einen kleinen Rundgang, bei dem man die Pflanzen erfühlen und beschnuppern darf. Natürlich findet man hier alle Kräuter, aber auch Pflanzen mit überaus witzigen Namen, etwa dem oreille de chèvre (Ziegenohr) oder dem queue d'écureuil (Eichhörnchenschwanz). Ja, Eichhörnchen gibt es auch dort wie Sand am Meer. ;-)
Als wir dann abends mit der Metro zurückfahren wollten, musste sich Odile noch eine Fahrkarte kaufen. Der zuständige Mensch war aber gerade nicht da, dafür zwei Polzisten. So etwas habe ich auch noch nicht erlebt, sie waren wirklich sehr entgegenkommend und sagten nur, na, dann fahrt jetzt mal so und bei der nächsten Gelegenheit kauft ihr euch dann ein Ticket. Das nenne ich mal sympathisch!
Von der ganzen Lauferei war ich so erschlagen, dass ich gestern Abend mal einfach nichts mehr gemacht habe (doch für euch die Bilder ins Netz gestellt samt Kommentar) und dann ins Bett gefallen bin. Mal sehen, was ich heute machen werde...
A tantôt.
So sieht der Park La Fontaine also aus.
Ich sitze gerade auf ein paar Steinen im Schatten ( in der Sonne wird man gebraten) und befinde mich in der Gesellschaft des kleinen Hobbit und eines Double-chocolat-cookies. Ich muss sagen: weder das einen noch das andere ist von der Hand zu weisen. ;-)
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